Der Kalorien Fehler

Gerade versuche ich mich in
einem Thermalspaßbad zu entspannen
und zähle spaßeshalber mal die
Mitbesucher über 40, die nicht
übergewichtig sind. Es sind
nicht viele…..

Woran liegt das ?
Man muss doch nur weniger Kalorien
aufnehmen als man verbraucht, oder ?
Ist doch eigentlich ganz einfach !
Seltsam nur, daß unsere Mitbürger immer dicker werden,
wir jetzt schon das dickste Volk in Europa sind, mit steiler
Tendenz nach oben!

Ich finde, wenn eine Theorie ganz offensichtlich nicht funktioniert,
ist es angebracht, diese einmal kritisch zu hinterfragen
Bei der Kalorientheorie wird dies komischerweise selten getan,
im Gegenteil, immer und überall wird man damit konfrontiert.

Im Grunde geht die Kalorientheorie davon aus, das wir eine
Maschine sind, in die man Brennstoff hineinsteckt, der in uns
verbrannt wird, wobei Arbeit (Bewegung) entsteht.
Wenn mehr Arbeit verrichtet wird als Brennstoff zugeführt,
werden die Reserven angegriffen, man nimmt ab.

Schauen wir uns mal an, was Kalorien überhaupt sind.
Sind es wirklich kleine Tierchen, die uns nachts
die Klamotten enger nähen ?   :mrgreen:

Eine Kalorie ist ein Begriff aus der Wärmelehre die
durch die Wärmemenge definiert ist, die nötig ist,
1 Gramm Wasser von 14,5 auf 15,5 °C zu erwärmen.
Gemessen wird das ganze im Labor mit einem sg. Kalorimeter,
ein Gerät, in dem Lebensmittel verbrannt werden und
gemessen wird, wieviel Wärme dabei entsteht.

Dieser Wert steht dann auf jeder Verpackung, meist in
Kilokalorien oder Kilojoule, was aber am Prinzip
nichts ändert und gibt im Prinzip nichts
anderes an, als die potentielle Wärme, die bei der
Verbrennung der Nahrung entsteht.

Was hat das mit mir zu tun ?

Eigentlich gar nichts, es sei denn, ich habe
kleine Bunsenbrenner statt Mitochondrien in
meinen Zellen !
Scherz beseite, die Mitochondrien sind die Orte,
in denen der Körper Energie erzeugt.
Sie finden sich in grosser Zahl in unseren Zellen,
je mehr, umso mehr Energie habe ich.

In den Mitochondrien wird ein Molekül namens ADP
in ein Molekül namens ATP umgewandelt, wobei
salopp gesagt unter Energieeinsatz eine Phosphatgruppe
hin- und hergeschoben wird.
Von Verbrennung weit und breit keine Spur!

Natürlich erzeugt ein Körper permanent Wärme, aber
ein Mensch und sein Stoffwechsel und Hormonhaushalt
lassen sich nicht auf ein simples Brennofenmodell
reduzieren.

Warum hört man diesen Unsinn dann immer noch?

Leider konnte die unsinnige Kalorientheorie nicht
durch ein der Realität nahes Konzept ersetzt werden,
ganz einfach weil es kein besseres gibt, was sich
in Zahlen fassen lässt.
Es gibt funktionierende Ernährungskonzepte, da
kann man aber leider keine kcal-Zahl oder ähnliches
verwenden.
Ich finde diese Zahlen eh völlig sinnlos.
Wer hat schon Lust, beim Essen permanent nachzurechnen ?
Am ehesten kommt noch das Konzept des glykemischen
Indexes dem nahe, was ich mir als Nachfolger
für das veraltete Kaloriensystem wünschen würde….

Fazit:

Der Mensch ist kein Verbrennungsmotor.
Hormone wie Insulin,Testosteron,Cortisol, etc.
spielen eine bedeutende Rolle ebenso wie
die Stoffwechselaktivität.
Daß Eiweiß und teilweise auch Fett nicht nur
als Energiequelle verwendet werden, sondern
auch als Baustoff für Körpersubstanz wird
ignoriert.
Bezeichnend für unsere „moderne“ Ernährung finde ich auch,
daß Essen nur als Energiequelle gesehen wird.

Wir essen, damit wir 47 lebenswichtige Stoffe
wie Vitamine, Kohlehydrate, Mineralien, Fette und
Eiweiße aufnehmen.
Nach der Kalorientheorie können wir bei einem Grundumsatz
von 2500 kcal eben diese Menge in Form von Zucker zu uns
nehmen und würden weder zu- noch abnehmen.

Was für ein Unsinn !

Wenn man diese Theorie untersucht und nur gesunden
Menschenverstand hat, erkennt man Logiklöcher, in die
ganze schwarze Löcher passen würden…

Foto by stuart miles @ freedigitalphotos dot com


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