Homo Sapiens 2.0

Der Mensch ist schon ein seltsames Wesen.
Anstatt sich auf seinen Verstand und seine

Intuition zu verlassen, lässt er sich lieber von
übergewichtigen Experten erklären, wie er
rank und schlank wird ; dann wundert er sich noch,
daß es nicht funktioniert….

Konkret am Beispiel Insulin:

Grob vereinfacht reguliert dieses Hormon (teilweise im Konzert mit anderen Hormonen)
den Blutzuckerspiegel und schaltet die Körperzellen entweder auf Aufnahme
oder Abgabe von Makronährstoffen (Kohlehydrate, Fett, Eiweiß).
Ausgeschüttet wird Insulin massiv nach einer kohlehydratreichen Mahlzeit
oder aber nach einer üppigen Mahlzeit wie einem riesigen Stück Wild.

Versetzen wir uns jetzt in die Steinzeit zurück:
Wenn, was selten war, nach einem Jagdglück samt anschließendem Fressgelage
oder einer stundenlangen Beerennascherei der Insulinspiegel hoch war, gab
es 2 Möglichkeiten:

  • der Mann hat stundenlang gejagt und ist ziemlich erschöpft:
    => dann regeln Glut 4 Rezeptoren die Makronährstoffe der Mahlzeit in die Muskeln
  • die Muskeln wurden kaum beansprucht:
    =>  das Insulin lagert die Makronährstoffe ins Fettgewebe ein ; Kohlehydrate werden
    vorher in der Leber in Fett umgewandelt

Dieser ebenso einfache wie geniale Regelmechanismus hat unseren Vorfahren viele
Tausend Jahre treue Dienste geleistet.
Im Grunde hat er nicht weniger als der Menschheit das Überleben ermöglicht, indem
er nach starker körperlicher Arbeit die schnelle Regeneration förderte und im anderen
Fall die Ansammlung von Notfallfett ermöglichte.
Dieses Notfallfett wurde dann meistens schnell wieder abgebaut, spätestens im nächsten
Winter oder der nächsten Trockenperiode war es weg.

Soweit, so einfach.

Jetzt kommt Homo Sapiens 2.0 ins Spiel.
Homo Sapiens 2.0 denkt, nach einem erfolgreich installierten Firmware update
namens Zivilisation haben sich die Regeln geändert, was Bewegung und Ernährung
angeht.
Hier liegt der Fehler: geändert haben sich vielleicht die Programme, die laufen
(unser „Lifestyle“), aber an der Firmware (unseren Genen) hat sich nichts aber auch
gar nichts geändert in den letzten Tausenden von Jahren!

Im Gegenteil, die Inkompatibilitäten zwischen Firmware und Programmen haben
in den letzten Jahrzehnten dramatisch zugenommen.
Hiermit lassen sich zumindest zum Teil die steigenden Zahlen für 
Krebs, Herzinfarkt, Demenz, Diabetes, u.v.m. erklären !

Der Lösungsansatz : keep it simple !

Natürlich zieht sich kein Mensch in die Hütte im Wald zurück und spielt den
Steinzeitmenschen, aber ein paar einfache Lehren kann jeder zumindest mal probieren:

  • Wenn ich hart trainiert habe und die Muskeln richtig schön erschöpft sind,
    kann ich es beim Essen richtig krachen lassen, dann und nur dann !
    (Zu dem Zeitpunkt, wo ich dies schreibe, habe ich 26 Teller Sushi/Sashimi
    im Magen)
  • Wenn ich mich den ganzen Tag kaum bewegt habe und keine Hungersnot erwarte
    sollte ich Kohlehydrate meiden, oder nur in kleinen Mengen genießen
  • der Steinzeitmensch hatte nicht den ganzen Tag Nahrungsbrei im Magen, 
    Fastenzeiten und Essenszeiten wechselten täglich oder sogar innerhalb
    eines Tages ab
    => öfter mal für längere Zeit (12-16 Stunden) nichts essen, z.B. Frühstück
    oder Abendessen weglassen. Keine Angst, der Stoffwechsel
    fährt in so kurzer Zeit nicht runter.
    Besonders Empfehlenwert: Intermittend Fasting, also z.B. 16 Stunden 
    nicht essen / 8 Stunden essen im Wechsel.
    Ein wundervolles Anti-Aging Tool, von mir praktiziert, was es verdient,
    in einem ausführlichen Blogbeitrag erörtert zu werden….

 

foto by grant cochrane freedigitalphotos dot net


Kommentare

Homo Sapiens 2.0 — 1 Kommentar

  1. Hallo Hauke,
    zuerst dickes Lob an den Blog, den ich leider erst heute kennengelernt habe. Sie erwähnen des öfteren die Vorteile einer Low Carb Ernährung. Dazu folgendes:

    1. Ich habe mehrfach ein geringeres geistiges Leistungsniveau bei mir bemerkt, wenn ich über längere Zeit keine / kaum KH zu mir nahm. Soll heißen dass ich mich kaum konzentrieren konnte und selbst geringe Störgeräusche mich aus dem Konzept brachten. Besonders blöd wenn man seine (low carb) Brötchen mit unterrichten verdient. Bilde ich mir das ein oder wie kann ich das verhindern?

    2. Auf diesem Blog schreibe Sie:
    ,,Zu dem Zeitpunkt, wo ich dies schreibe, habe ich 26 Teller Sushi/Sashimi
    im Magen“.
    Wie passt das mit dem low carb Anspruch zusammen?

    Beste Grüße

    Seb

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