Ist Getreide gesund ?

Der Beginn der Landwirtschaft und des
Getreideanbaus markiert einen wichtigen
Wendepunkt der menschlichen
Zivilisation.
Waren bis vor 5-10000 Jahren unsere
Vorfahren noch als Jäger und Sammler
unterwegs, wurden sie nun sesshaft,
bestellten ihre Felder und betrieben Viehzucht.

Fleisch war damals ein Luxusgut, erst das lagerfähige Getreide bescherte den Menschen
einen wesentlichen Überlebensvorteil und ermöglichte eine gleichzeitig
eine Bevölkerungsexplosion, die vorher über viele Jahrhunderttausende unmöglich war.
Jede grosse Zivilisation war abhängig vom Getreideanbau, sei es als Hirse, Reis, Mais
oder Weizen.

Ohne Getreide wäre unsere Welt eine völlig andere !

Jedoch wurde dieser Zivilisatorische Fortschritt mit gravierenden gesundheitlichen
Nachteilen erkauft, auf die ich im folgenden eingehen werde.

Über viele Jahrtausende wurden diese Nachteile durch den grossen Überlebensvorteil
einer Getreidewirtschaft inklusive Lagerhaltung mehr als aufgewogen.

Ob jemand mit 50 oder 60 Jahren krank wurde, spielte durch die deutlich
niedrigere Lebenserwartung eine eher untergeordnete Rolle.
Auch daß die Menschen durch die getreidelastige Ernährung kleiner wurden,
interessierte nicht groß.
Im Mittelalter waren Adlige übrigens deutlich grösser als Bauern.
Der Grund:
Adlige aßen deutlich mehr Fleisch und damit Protein als ihre Bauern,
die sich fast ausschließlich von Getreide ernährten !

Heute, in Zeiten des Überflusses an allen Arten des Essens geraten wieder die Nachteile
von getreidelastiger Ernährung in den Vordergrund:

– Getreide hat einen Kohlehydratanteil von ca. 80 %

Zusätzlich haben alle Getreidesorten einen sehr hohen glykämischen Index, d.h.
der Blutzucker wird sehr schnell und sehr stark erhöht, was zur massiven Ausschüttung
von Insulin führt.
Langfristig können hierdurch die Zellen insulinresistent werden, d.h. es wird immer mehr
Insulin benötigt.
Zu allem Unglück ist die Bauchspeicheldrüse nicht für den massiven und dauerhaften
Ausstoß von Insulin gebaut.

Mögliche Folge: Diabetes
Traurige Realität in allen Industriestaaten: rapide steigende Diabeteszahlen.

Getreide macht dick.

Was früher ein Überlebensvorteil war, wird jetzt zum Fluch.
Getreideprodukte wie Brot liefern sehr viel Energie, die früher für die
harte Feldarbeit dringend benötigt wurde.
Heute bewegen wir uns deutlich weniger – die Folge:
die Energie, die nicht „verbrannt“ wird, wird als Fett gespeichert,
wir werden immer dicker !

– Getreide führt zu Entzündung

Durch den regelmässigen, hohen Ausstoß von Insulin wird die
Produktion von Arachidonsäure im Körper stimuliert.
Arachidonsäure ist ein Fett und der Gegenspieler von Omega 3.
Während Omega 3 entzündungshemmend wirkt, erhöht
Arachidonsäure die Produktion von Entzündungsbotenstoffen,
den (schlechten) Prostaglandinen.

Diese übermässigen Entzündungsbotenstoffe sind der Mitauslöser
für einige wirklich hässliche chronische Krankheiten wie
Arteriosklerose, Krebs, Alzheimer, Allergien, u.v.m.

– Getreide enthält Gluten

Gluten ist das pflanzliche Eiweiß, daß das Backen von Brot enorm
erleichtert, da es dem Teig eine gewisse Festigkeit und Elastizität verleiht.
Wenn sich die Getreideeiweiße Glutenin und Gliadin unter dem Einfluss
von Wasser verbinden, entsteht Gluten.

Problematisch an Gluten ist, daß bestimmte Bestandteile die Durchlässigkeit
der Darmwände beeinflussen.
Das kann bis zum „Leaky Gut Syndrom“ (undichter Darm Syndrom) gehen,
bei dem die Durchlässigkeit der Darmwände so weit
beeinflusst wird, daß unerwünschte Partikel aller
Art die beschädigte und löchrige Darmschleimhaut passieren können.
Dies können Krankheitserreger, unverdaute Nahrungsbestandteile, Toxine oder
Stoffwechselendprodukte sein.
Möglicherweise entsteht so dann eine chronische Entzündung, die zu weiteren
Problemen im Darm und auch außerhalb wie z.B. Allergien aller Art führen kann.

Der Glutenbestandteil Gliadin, welcher die Durchlässigkeit des Darms beeinflusst,
löst außerdem durch Reaktionen mit dem Lymphgewebe, welches Teil des
Immunsystems ist, Entzündungsreaktionen aus.

Richtig unangenehm wird es, wenn eine ausgeprägte Glutenunverträglichkeit,
die Zöliakie vorliegt.
Hier löst Gluten direkt auf der Darmschleimhaut heftige Entzündungsreaktionen aus.
Mögliche Folgen neben heftigsten Verdauungsproblemen:
Autoimmunkrankheiten wie Schuppenflechte, Diabetes Typ 1 und Multiple Sklerose.

Die Reaktion auf Gluten ist individuell sehr verschieden.
In den paar tausend Jahren, in denen der Mensch Getreide anbaut, hat er sich kaum
an die ungewohnten Nahrungsbestandteile gewöhnen können.
An der Zöliakie leiden zwar nur ca. 1 % der Bevölkerung, aber daß die anderen
99% gut mit Gluten klarkommen, werden wohl nicht einmal die größten Naivlinge
behaupten wollen…..

– Getreide enthält Lektine

Diese Proteine sind vor allem im Weizen reichlich vorhanden.
Hier handelt es sich um eine Art natürliches Pestizit, was die Natur wohl
gegen Fressfeinde entwickelt hat, damit diese die Pflanze meiden.

Von den Lektinen können sich einige an die Darmschleimhaut heften
und diese durchdringen.

Im Körper werden diese Lektine dann vom Immunsystem als Feind erkannt und angegriffen,
was wiederum zu Entzündungsreaktionen führt und Autoimmunkrankheiten auslösen kann.

 


Kommentare

Ist Getreide gesund ? — 1 Kommentar

  1. Hallo Hauke,

    sehr interessanter Beitrag. Erwähnen möchte ich noch, dass heute allgemein zu viele Kohlenhydrate gegessen werden, was die Hauptursache von Übergewicht ist. Vor allem der Verzehr von Weißmehlprodukten fördert die Gewichtszunahme erheblich, weil diese den Blutzuckerspiegel rasant ansteigen lassen, und auch sehr schnell wieder absinken lässt, was dann vermehrt Hunger auslöst.

    Viele Grüße
    Bernd

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