Testosteron Produktion und Weiterverwendung

Im vorherigen Beitrag habe ich die Produktion von Testosteron
sowie deren Regelung kurz vorgestellt.

Viel Testosteron zu produzieren reicht aber leider nicht aus,
denn nur ein kleiner Prozentsatz des produzierten Testosterons
zirkuliert frei im Blut, der Rest wird in andere Hormone umgewandelt oder 
an Trägerproteine gebunden.

Folgende Faktoren reduzieren das freie Testosteron:

  • Das Testosteron dient als „Rohstoff“ für die aktive Form Dihydrotestosteron.
    Dieses DHT hat einen relativ schlechten Ruf, zum einen weil es das freie
    Testosteron reduziert, welches durch das Enzym 5-α-Reduktase in DHT
    umgewandelt wird.
    Zum anderen, weil es für den erblichen Haarausfall beim Manne verantwortlich
    sein soll, ebenso für eine vergrösserte Prostata.
    Für beides hat die Pharmaindustrie praktischerweise einen und denselben
    Wirkstoff in unterschiedlicher Dosierung: Finasteride
    Im Grunde ist DHT aber nichts anderes als die Aktive Form des Testosterons.

    Mehr zum Thema DHT in meinem Blog hier.
  • Ein Teil des Testosterons wird durch das Enzym Aromatase in Östrogen,
    genauer gesagt in seine potenteste Form, das Östradiol umgewandelt.
    Dies ist eigentlich ein ganz normaler und wichtiger Vorgang, da der Mann
    im Gegensatz zur Frau das in geringen Mengen wichtige Östrogen nicht
    selber produzieren kann.
    Problematisch wird es nur, wenn, meist in höherem Lebensalter, der
    Östrogenwert immer weiter nach oben steigt.
    Dies hängt mal wieder mit der unheiligen Dreifaltigkeit des modernen Lebens
    zusammen: schlechte Ernährung, Bewegungsmangel und Übergewicht.
    Vor allem Übergewicht ist hier fatal: im Fettgewebe, insbesondere im Bauchfett,
    wird in grossem Umfang Testosteron in Östrogen umgewandelt.
    Dies lässt den Östrogenspiegel beim Manne Jahr für Jahr steigen, was sich
    zu allem Unglück negativ auf die Testosteronproduktion auswirkt.
    Steigendes Östrogen und sinkendes Testosteron sind wiederum eine
    Garantie für weitere Fettzunahme !

    Ein echter Teufelskreis !

  • Das übriggeblieben Testosteron wird dann zu 98 % an die Trägerproteine
    Sex Hormon Binding Globulin (SHBG) und Albumin gebunden, wobei
    durch seine deutlich höhere Testosteronbindungsfähigkeit hier SHBG
    interessanter ist.
    Im Grunde haben beide Trägerproteine folgende Funktionen:
    – Transport des Testosterons zu den Rezeptoren der Zielzelle
    – Zwischenspeicherung

    Man kann SHBG als einen Speicher und zusätzlichen Regulator
    für den Testosteronspiegel sehen.

    Viel SHBG = wenig freies Testosteron
    Wenig SHBG = viel freies Testosteron

    Wünschenswert ist also ein niedriger SHBG Wert.
    Unglücklicherweise ist der nicht so einfach zu erreichen.
    Insulin scheint den SHBG Wert zu senken, aber aufgrund der
    gravierenden Nachteile eines dauerhaft erhöhten Insulinspiegels
    wäre ich hier vorsichtig.
    Oder man setzt Kohlehydrate mit Bedacht ein und in Kombination
    mit Kraftsport.
    Das nennt sich dann Carbo Backloading und ist hier beschrieben.
    Auch IGF-1, also das Hormon Insulin Like Growth Faktor,
    welches nach hartem Krafttraining  ausgeschüttet wird, senkt SHBG.

    Wie es scheint, reduziert ein hoher Testosteronspiegel den SHBG Wert,
    während ein hoher Östrogen Wert ihn erhöht.
    Also meine Herren: auf zum Muskeltraining und Finger weg vom Bier !


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