Quecksilber im Fisch – eine Gefahr ?

Ich versuche, täglich einmal Fisch oder
andere Meeresfrüchte zu essen.
Er ist einfach nur gesund und lecker,
dazu reich an gesunden Eiweissen und vor
allem Fetten, ganz besonders Omega 3,
welches vor allem in Kaltwasserfischen
wie Lachs, Hering, Makrele, etc. vorkommt.

Immer wieder jedoch stösst man auf Berichte, in denen über
die Belastung von Fischen, insbesondere Meeresfischen durch
Quecksilber gewarnt wird.

 

Quecksilber gelangt durch natürliche Prozesse wie Waldbrände oder
Vulkanausbrüche in die Atmosphäre, hauptsächlich ist aber natürlich
der Mensch durch Bergbau, Kohleverbrennung und Industrieproduktion
für die Freisetzung dieses Giftstoffes verantwortlich.

Schädlich ist Quecksilber vor allem im Gehirn, hier setzt es neuro-degenerative
Prozesse in Gang, sprich: es macht blöd.
Den Spruch „Dumm wie ein Hutmacher“ kennt heutzutage kaum noch einer,
er entstand vor langer Zeit daraus, daß Hutmacher den Filz mit Quecksilber imprägnierten und so dauerhaft vergiftet wurden.

Das normale, anorganische Quecksilber ist gar nicht mal das schlimmste;
erst einmal durch den Wasserkreislauf in Meer gelangt, wird dem Quecksilber
durch Mikroorganismen im Meer eine Methylgruppe angehängt und es
entsteht das mehr als 100 mal giftigere Methyquecksilber.
Dieses reichert sich in der Nahrungskette des Meeres immer weiter an und ist
folglich in grossen Raubfischen wie Schwertfisch und Hai am konzentriertesten
enthalten.

Soweit die schlechten Nachrichten….

Zum Glück gibt es auch gute Nachrichten:
Quecksilber (auch Methylquecksilber) lässt sich relativ leicht wieder
ausleiten, das ist momentan gerade „in“ und nennt sich dann „Detox“.
Gerade Detox Kuren sind im Trend, da versucht man dann z.B.
mit Kohlsuppe ein Woche lang („Bunte“) die Gifte aus dem Körper zu schwemmen.
Aber warum Detox nur eine Woche im Jahr ?
Und nicht 52 Wochen ?

Zink hat eine ähnliche Struktur wie Quecksilber.
Kaum ein Mineral wird für so viel Hormone, Enzyme, Stoffwechselvorgänge
benötigt wie Zink.
Bei Zinkmangel besteht durch die Ähnlichkeit zum Quecksilber die Gefahr,
daß Quecksilber anstelle von Zink in die Zellen eingebaut wird.
Wieder ein Grund mehr (neben vielen anderen) für eine optimale Zinkzufuhr
zu sorgen (siehe auch hier).

Noch viel wirksamer lässt sich Quecksilber durch Selen ausleiten.
Selen ist ein wenig bekanntes, extrem unterschätztes Mineral mit
vielen Funktion im Körper.
Es hat u.a. eine krebsschützende Wirkung und ist wichtig für das Immunsystem.
Vor allem aber ist es ein wichtiger Baustein für die Bildung einer
Vielzahl von Enzymen, den Selenenzymen.
Diese Gruppe von ca. 25 Enzymen sind sehr wichtig für das Gehirn, da sie
es vor oxidativem Schaden, z.B. durch freie Radikale schützen.

Quecksilber verbindet sich unlösbar mit Selen, wenn diese beiden Stoffe im Körper
aufeinandertreffen und wird dann ausgeschieden.
Selen ist also ein vortreffliches Mittel, um Quecksilber im Körper zu neutralisieren !
Unglücklicherweise werden dabei sowohl freies Selen, als auch Selenenzyme
zerstört, wenn sie auf Quecksilber treffen.
Wissenschaftler vermuten, daß dies ein Grund, wenn nicht der Hauptgrund für
Schäden im Gehirn ist.

Wenn sich Selen und Quecksilber neutralisieren, dann wäre es doch schlau,
Selen immer dann mit zu essen, wenn die Nahrung potentiell mit Quecksilber
verunreinigt ist, oder ?

Glücklicherweise ist dies bei den meisten Fischarten der Fall, den die meisten
Seefische enthalten mehr Selen als Methylquecksilber.
Dadurch ist das meiste Methylquecksilber in diesen Fischen bereits an
Selen gebunden und bei Verzehr unschädlich.
Aufpassen sollte man hingegen bei Seefischen, die mehr  Methylquecksilber
als Selen enthalten.
Solche sind vor allem Meeresraubfische am Ende der Nahrungskette
wie Hai, Schwertfisch, Königsmakrele und Barsch.
Also eher exotische Fische, auf die man gut und gerne verzichten kann
und die zum Teil auf der roten Liste bedrohter Arten stehen.

unter http://www.wpcouncil.org/outreach/newsletters/2008Winter.pdf
kann man auf Seite 6 beispielhaft für die Region Haweii das wichtige
Verhältnis Quecksilber/Selen nachlesen.

Fazit: Daß Fisch gesund ist, weiß inzwischen jedes Kind.
Wer die paar oben genannten Fische meidet, liegt, was die
Gefahr durch Quecksilber angeht, auf der sicheren Seite.

Trotzdem macht es mit Sicherheit Sinn, seinen Selen Spiegel im Blut
auf ein optimales Niveau zu heben, u.a. um Quecksilber aus
anderen Quellen (Stichwort:Amalgam) zu neutralisieren…….

 

foto by scottchan freedigitalphotos dot net


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