Telomere – Schutzkappen der Chromosomen

Im Grunde ist unser Körper nichts anderes als eine Anhäufung von ein
paar Billionen auf verschiedene Funktionen spezialisierte Zellen.
Wie ein Symphonieorchester müssen diese Zellen dirigiert werden,
dafür gibt es die DNA, die Erbinformation, die geschützt vor schädigenden
äußeren Einflüssen im Zellkern liegt.
Die DNA ist in all unseren Körperzellen identisch, die Ausprägung der Zelle
z.B. zu einer Muskelzelle oder Nervenzelle entscheidet darüber, welche
Teile des hauchdünnen Fädchens namens DNA aktiviert und abgelesen werden.

Die Endstücke dieses DNA Fadens müssen vor dem Ausfransen geschützt
werden, genau wie ein Schiffstau oder ein Schnürsenkel,
der ja meist am Ende 
durch eine Plastikklappe geschützt wird.

Bei der DNA heisst diese Schutzkappen Telomere und besteht aus Proteinen,
die die Enden des DNA Stranges abschliessen.
Mit jeder Zellteilung nutzen sich die Telomere ab, werden also kürzer.
Man kann sich die Telomere wie eine Zündschnur vorstellen – bei der
Geburt fängt die Lunte an zu brennen, mit zunehmendem Alter brennt sie immer
schneller und irgendwann ist sie abgebrannt – die DNA ist schutzlos und die Zelle stirbt.

Wenn das bei einzelnen Zellen passierte wäre dies nicht weiter dramatisch, immerhin
haben fast alle Zellen nur eine begrenzte Lebensdauer, sterben dann und werden
durch frische ersetzt.
Problematisch wird es, wenn alle Zellen verkürzte Chromosomenkappen haben,
unsere biologische Uhr ist dann abgelaufen, das biologische Ende des
Organismus naht…
An einer Stelle hinkt der Vergleich mit der brennenden Lunte:
eine brennende Lunte lässt sich nicht mehr zurückdrehen oder verlangsamen.

Die Telomere jedoch werden von einem Enzym names Telomerase vor Abnutzung
geschützt – und nicht nur das: neuesten Erkenntnissen zufolge kann man die Telomere
sogar wieder verlängern, und so seine biologische Uhr wieder zurückdrehen !
Die aktuelle Forschung untersucht, inwiefern verkürzte Telomere auch für
im Körper entstandene Krankheiten wie Arteriosklerose, Krebs, Parkinson,etc.
verantwortlich sind.
Ich denke, da stehen interessante Ergebnisse ins Haus !

Für die Forschung an Telomeren und Telomerase wurde Elisabeth Blackburn 2009
der Nobelpreis verliehen.
Ich bin mir sicher, daß im Fahrwasser dieser Entdeckungen in Zukunft Pharmaprodukte
entwickelt werden, die die Telomeraseproduktion steigern, wahrscheinlich irre teuer
und mit vielen unschönen Nebenwirkungen behaftet….

Schauen wir uns doch daher lieber kostenlose Alternativen an, wie man seine Telomere
erhält und ganz nebenbei fit und gesund bleibt:
hier erstmal verschiedene Möglichkeiten, seine Telomere schnellstmöglich zu verkürzen:

Dauerstress, am leistesten meßbar durch einen dauerhaft erhöhten Cortisol Spiegel
Rauchen
schlechte Ernährung, namentlich vitalstoffarme „Lebensmittel“ aus der Imbißbude
  oder der Lebensmittelfabrik
Bewegungsmangel
Übergewicht

Da sind sie also wieder, die üblichen, krankmachenden Verdächtigen.
Daß all diese Faktoren eines ungesunden Lebensstiles krank machen und oft
zu vorzeitigem Ableben führen, ist nichts neues, kann man ja mittlerweile schon
in der Boulevardpresse nachlesen, neu hingegen ist der Mechanismus, wie das passiert:
das Verkürzen der Telomere.

Kommen wir zu einigen Vorschlägen, seine Telomerase zu erhöhen und seine
Telomere zu schützen:

Stressreduktion – leicht gesagt, schwer getan.

Meiner Erfahrung nach sind  ausgerechnet die gestressesten Menschen
am wenigsten empfänglich für Entspannungstechniken.
Man probiert’s, es klappt nicht, man hält es für Humbug.
Wenn ich eine Sportart erlernen will, würde ich nie glauben,
daß ich loslege und den
Sport gleich beherrsche – nein, üben, üben, üben ist der Schlüssel !
Genauso ist es mit Entspannungstechniken: sie müssen erlernt werden.
Ausdauersport ist ebenfalls hervorragend zur Stressreduktion geeignet; er sollte
nur auf dem richtigen, niedrigen Niveau ausgeführt werden.
Ein Halbmarathon wird wenig zur Stressreduktion beitragen, ein 50minütiger langsamer Lauf hingegen schon……

Vitalstoffreiches Essen: hierüber sind bereits etliche Bücher geschrieben worden, daher
belasse ich es bei dem Stichwort – im Laufe der Zeit werde ich allerdings noch einige
vitalstoffreiche Nahrungsmittel, die einfach in die Ernährung zu integrieren sind, vorstellen.

Nahrungsergänzung mit Vitamin C und Vitamin E zusätzlich zur gesunden Ernährung
und keineswegs als Ersatz für dieselbe

Sport, und zwar nicht 1 X pro Woche, sondern 5-7 mal

.- ein hoher Vitamin D Spiegel siehe hier, hier, hier und hier.

Omega 3 – mit diesem wunderbaren, extrem gesunden Fett beschäftige ich mich
seit ca. 12 Jahren und trotzdem werde ich immer wieder aufs neue von weiteren
positiven Gesundheitsaspekten überrascht.
Zahlreiche Studien beweisen die Schutzwirkung von Omega 3 an den Telomeren.

Die langlebigsten und gesündesten Menschen auf diesem Planeten, die Bewohner
der japanischen Insel Okinawa verdanken wohl ihr hohes (und gesundes) Alter
mindestens vier die Telomere verlängernden Faktoren:

– ein stressarmes Leben in funktionierenden Familien- und Dorfstrukturen

körperliche Arbeit, z.B. als Fischer, BAuer oder im eigenen Garten (Stichwort: Sport)

– Ein hoher Vitalstoff– und Antioxidantiengehalt der Nahrung durch viel frisches
Gemüse, Obst, Algen

– Viel Omega 3 durch hohen Anteil an Fisch in der Nahrung

Etwas mehr „Okinawa“ in unser Leben zu integrieren ist eigentlich gar nicht so schwer, oder ?

 

Foto by dream design freedigitalphotos dot net

 


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