Brokkoli und DIM

Brokkoli, sowie die meisten Kreuzblütler
wie Rosenkohl,  Kohl oder Blumenkohl
enthalten grosse Mengen an Indole-3-Carbinol
(I3C), bzw. dessen Vorgänger Glucobrassicin,
einem Pflanzenstoff.
Im Magen wird Indole-3-Carbinol dann weiter
zu 3,3-Diindolylmethan oder kurz DIM.

Die Gesamtheit der in Brokkoli enthaltenen Pflanzenstoffe
bieteneinen erheblichen Schutz vor Krebserkrankungen,
und das gleich auf mehreren Ebenen.
So werden krebserregende Gifte entschärft, der Selbsttod
der Krebszelle (Apoptose) angeregt und sogar die
Ausbildung eigener Tumorblutgefässe (Angiogenese) unterdrückt.
Details dazu im nächsten Blog…..

DIM hat einen grossen Einfluss auf den Östrogenhaushalt, und zwar sowohl beim
Mann als bei der Frau.
Betrachten wir nur den Mann:

Im Laufe der Jahre steigt nicht nur der Level an Östrogen, insbesondere
der besonders stoffwechselaktiven Form Östradiol bem alternden Mann,
sondern es werden in zunehmendem Masse ungünstige  Formen von
Östrogen gebildet.

Östrogen wird ja (beim Mann) aus Testosteron hergestellt und ist in kleinen
Mengen absolut gesund und wichtig.
Problematisch ist ein Anstieg insgesamt und vor allem die Verschiebung
hin zu schädlichen Östrogenmetaboliten, also den aktiven Formen
des Östrogens.

Die schlechten Metaboliten wie 16-hydroxyestron nehmen mit zunehmenden
Lebensalter meist zu, die guten wie 2-hydroxy und 2-methoxyestron nehmen ab.

Dies ist nicht zwangsläufig so, sonder ist wie manche negative Veränderung
Faktoren wie Übergewicht, schlechter Ernährung, Bewegungsmangel, etc. geschuldet.

Die Veränderung der guten Östrogenmetabolite zulasten der schlechten hat
einen sehr grossen Einfluss auf das Krebsrisiko bei hormonabhängigen
Krebsarten wie Brustkrebs (bei der Frau) und Prostatakrebs (beim Mann).
Die positiven Körperfuntionen des Östrogens bleiben hingegen bleiben erhalten….

Nicht vergessen: Prostatakrebs ist die dritthäufigste Todesart beim Mann !
(siehe hier)

DIM und die Prostata:

Mit zunehmendem Alter kommt es meist zu einem Anstieg sexualhormonbindender
Proteine (SHBG). Damit steht der Prostata weniger freies Testosteron
zur Verfügung, welches zur Anregung der Produktion von Prostatasekret benötigt
wird. Die Folge:
Ein Antigen namens PSA (welches auch als Marker für Prostatakrebs dient)
nimmt zu und die Prostata vergrössert sich möglicherweise.
DIM enthält Stoffe, die wieder für ein verstärktes Andocken von freiem
Testosteron an der Prostata sorgen.
Gleichzeitig verhindert DIM eine Ansammlung von Östradiol in der Prostata.
Dieses Östradiol kann in zu grosser Menge ebenfalls zu einer Prostatavergrösserung
beitragen und wird mit Prostatakrebs in Verbindung gebracht.

DIM und Arteriosklerose:

Die günstigen Östrogenmetaboliten haben im Gegensatz zu den schlechten
antioxidative Eigenschaften und schützen so Zellen vor Oxidation
durch freie Radikale.
Ebenfalls vor Oxidation geschützt werden Fette im Blut, die sich dann
eben nicht als Arteriosklerose an den Blutgefässen absetzen.
Neben der Todesursache Nr.3 (s.o.) wirkt DIM so auch der Ursache Nr.1,
nämlich Herzinfakt und Schlaganfall entgegen !
Wie es scheint, wird durch DIM auch die Zusammmensetzung des Cholesterins
positiv beeinflusst, d.h.der Anteil des gesunden Cholesterins steigt zulasten
des ungesunden.
Last, but not least deuten Forschungsergebnisse auf eine antientzündliche
Wirkung von DIM hin.
Das hört sich nach wenig an, ist aber nicht zu unterschätzen.
Immerhin verdienen auch extrem gesunde Stoffe wie Omega 3 oder
Kurkuma ihre Wirkung zum grossen Teil ihren antientzündlichen Eigenschaften.

Also: Immer mal wieder Brokkoli als Beilage wählen !
Wer kein Brokkoli oder andere Kohlarten mag, kann sich DIM auch als Konzentrat
besorgen.
Eine Kapsel mit 200 mg DIM enthält mehr DIM als ein ganzer Topf gekochter Brokkoli.
Wer die ganze Vielfalt der Pflanzenstoffe des Brokkoli als Konzentrat sucht,
kann auch Brokkolikonzentratpulver kaufen.
Aber Vorsicht: der Geschmack ist sehr intensiv und durchdringt alles !

 

Foto by zirconicusso at freedigitalphotos dot net

 


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