Brokkoli und Kohl gegen Krebs

Im Altertum hat man die Familie der
Kreuzblütler, zu denen Brokkoli, Blumenkohl,
Kohl, Rosenkohl sowie andere Kohlsorten zählen,
eher als Heil- denn als Nahrungsmittel gesehen,
und das nicht ganz zu unrecht.
Insgesamt gibt es ca. 6000 Kohlarten, von denen
die wichtigsten Vertreter alle vom wilden Kohl abstammen.

Der Brokkoli wurde bereits von den Römern gezüchtet und blieb lange
auf Italien beschränkt, bis er sich dann im 16. Jahrhundert langsam
über ganz Europa ausbreitete.

Für die Wirksamkeit des Brokkoli gegen eine Vielzahl von Krebsarten
gibt es umfassende Belege.
Im vorherigen Blog ging es um die krebshemmende Wirkung von Brokkoli
auf hormonabhängige Krebsarten wie Indole-3-Carbinol (I3C) und seine
im Körper aktive Form 3,3-Diindolylmethan (DIM).
Aber auch bei anderen Krebsarten ist Brokkoli sehr nützlich:

  • Blasenkrebs: Bei einer Studie an 47909 Personen wurde bei 5 oder
    mehr Portionen Brokkoli oder Kohl gegenüber einer oder weniger
    eine Reduzierung des Blasenkrebsrisikos um 50 % festgestellt !
  • Brustkrebs: Studie an 5000 Schwedinnen: Reduzierung des Risikos um 40%,
    wenn täglich 1-2 Portionen verzehrt wurden

Auch bei Krebserkrankungen des Magen-Darm-Traktes, sowie bei Lungen-
und Prostatakrebs existieren ähnliche Studien.
Bei Prostatakrebs scheinen Brokkoli und Co. in grossen Mengen sogar
wirkungsvoller zu sein als Tomatenprodukte mit ihren sehr effektiven
Anti-Prostatakrebs-Stoff Lycopin !

Die spektakulären Ergebnisse legen nahe, daß Brokkoli und andere Kohlsorten
wichtige Lieferanten von wertvollen Pflanzenstoffen sind.
Tatsächlich liefert Gemüse aus der Kohlfamilie die grösste Vielfalt an
krebsbekämpfenden Pflanzenstoffen überhaupt !

Glucosinolate:

Diese Gruppe von Pflanzenstoffen hat nicht direkt krebshemmende Wirkung,
sondern dient als „Rohstofflager“ für zwei sehr wirksame Gruppen
von Stoffen: Isothiocaynate und Indole.

Beispiel: Wir essen Brokkoli. Dabei werden getrennt im Brokkoli gelagerte
Glucosinolate und das Aktivierengsenzym Myrosinase beim Kauen vereint
und es entsteht das Isothiocaynat Sulforaphan, ein sehr effektives
Anti-Krebs-Molekül!

Hierbei gibt es jedoch folgendes zu beachten:
Glucosinolate sind wasserlöslich, d.h. kochendes Wasser reduziert diese
innerhalb von 10 min. um 50%.
Im Grunde müsste man das grüne Kochwasser trinken, denn es enthält
genauso viel Glucosinolat wie der Brokkoli !
Oder man gart den Brokkoli im Schnellverfahren mit Dämpfen oder im Wok….
Dann umgeht man auch das zweite Problem bei der Zubereitung, nämlich
die Zerstörung des hitzeempfindlichen Aktivierengsenzyms Myrosinase.
Im Grunde ist es daher am besten, man ißt Brokkoli roh, oder
zumindest „al dente“.
Auch gründliches Kauen ist wichtig, denn nur dann werden die
Glucosinolate richtig umgewandelt!

Jede Kohlart enthält unterschiedliche Glucosinolate, die dann auch in
unterschiedlich wirksame Anti-Krebs-Moleküle umgewandelt werden.
Besonders wirksam ist das Sulforaphan des Brokkoli.

Dieser Pflanzenstoff hilft dem Körper, krebserzeugende Substanzen
zu eliminieren und auszuscheiden.
Durch Sulforaphan wird das gesamte Entgiftungssystem des Körpers
verbessert; ich denke, an Giften im Körper besteht in unser modernen
Welt kein Mangel…..
Gerade bei Rauchern wird der Körper mit einer Vielzahl krebserregender
Gifte geflutet.
Aber auch gegen bestehende Krebsherde zeigt Sulforaphan eine
einzigartige Effizienz:
kaum eine andere Substanz ist in der Lage, wie Sulforaphan den
Selbsttot (Apoptose) der (Krebs)Zelle auszulösen.

Nicht vergessen: jeden Tag entstehen im Körper Mikrotumore,
die meist schnell vernichtet werden oder sich selbst zerstören.
Nur manchmal gelingt dies nicht und es bildet sich ein aggressiver
Tumor, den man dann Krebs nennt.
Kontinuierlich Sulforaphan zu sich zu nehmen erhöht die Chance
drastisch, daß Mikrotumore bereits im „Babyalter“ beseitigt werden….

Sulforaphan hat außerdem antibiotische Eigenschaften, was uns
insbesondere gegen Heliobacter Pylori hilft, dem Bakterium, welches
Magengeschwüre und Magenkrebs auslöst…

Auch andere Pflanzenstoffe von Kohlarten  enthalten vielfältige Arten
von Pflanzenstoffen, die Krebshemmend sind.
Im Beitrag über DIM (hier) bin ich bereits auf Indole-3-Carbinol (I3C)
eingegangen, welches über seine positive Wirkung auf Östrogen
Krebshemmend wirkt.

Auch PEITC, ebenfalls ein Glucosinolat, welches u.a. viel in
Chinakohl und Brunnenkresse enthalten ist, hemmt Krebs ähnlich
effektiv wie Sulforaphan.
Auch hier werden toxische krebserregenden Substanzen neutralisiert
und gegebenenfalls der Selbstmord der Krebszelle ausgelöst.
Ich bin mir sicher, wir werden in Zukunft noch von vielen weiteren
krebshemmenden Pflanzenstoffen der Kreuzblütler erfahren;
im Grunde sind diese Erkenntnisse nichts wert, wenn man sie
nicht in die Praxis umsetzt: also Brokkoli, Kohl & Co. vermehrt isst!

Ein Tip noch zum Schluss:

Brokkolisprossen enthalten bis zu 100 mal so viel Sulforaphan wie
Brokkoli. Meist im Bioladen erhältlich, können sie bequem als
Salat, im Green Smoothie oder im Sandwich verzehrt werden…..

 

Foto by Lavoview freedigitalphotos dot net


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.